Deutscher Tierschutzbund

Bericht vom Tag der offenen Tür

 

 

Einen tierisch schönen Tag hatten die Besucher unseres Tages der Offenen Tür am 9. September. Unsere Tiere, hervorragendes Essen sowie Informations-, Verkaufs und Aktionsstände lockten viele Gäste an. Einige begannen ihren Sonntag in Mainz bei uns und ließen ihn später bei unserer Konkurrenzveranstaltung, dem Mainzer Weinmarkt, ausklingen.

Auch dieses Mal wurde unseren Gästen kulinarisch viel geboten: Erst konnten sie sich durch Asiapfanne, Pellkartoffel mit Sourcream, Kürbiscremesuppe, Salate, Veggieburger und Pommes schlemmen, danach lockten saftige Obstkuchen und Sahnetorten ans Kuchenbuffet. Unsere selbstgemachten Waffeln stellten die größten Naschkatzen zufrieden. Am Stand der Kreativgruppe im Foyer führte kein Weg vorbei. Die Damen verkauften hier ihre liebevollen Handarbeiten, Dekoratives und Eingewecktes. Aufgeweckte tummelten sich an Bücherstand und Flohmarkt. Bücherwürmer fanden Schönes zum Schmökern; Flohmarktfreunde fanden Trödel zum Stöbern.

Glück in großen Dosen

Für je 1,50 Euro boten unsere Losfeen Chancen auf einen Tombola-Gewinn feil. Mancher Besucher bewies ein glückliches Händchen und ergatterte mit kleinem Einsatz Schmückendes im vierstelligen Euro-Bereich von unserem äußerst spendablen Tombola-Sponsor Juwelier Knewitz. Doch auch Gutscheine für den Reifenwechsel von Reifen Meckel oder eine Kalanchoe der Gärtnerei Brandmüller lösten Freude aus.

Unsere Gäste nutzten die Gelegenheit, um mit den Betreuern unserer Infostände ins Gespräch zu kommen. Anubis informierte über den würdevollen Abschied von seinem Tier und Secondhand for Dogs war mit einem großen Angebot gebrauchten Hundezubehörs vor Ort. Die Stadttaubenhilfe Mainz, der Soka Run e. V., die Kaninchenhilfe Deutschland e. V., Nagersuche.de sowie unser tierheimeigener Stand leisteten wertvolle Aufklärungsarbeit im Sinne der Tiere.

Reinekes Fürsprecher

Drei Stände bereicherten unser Informationsangebot in diesem Jahr zum ersten Mal. Ihre Tätigkeiten sollen daher ein wenig ausführlicher vorgestellt werden. Claudia Ward vom Aktionsbündnis Fuchs vertrat die Belange Meister Reinekes und klärte über Mythen auf. Wussten Sie etwa, dass Füchse als eifrige Mäusefänger für die Forst- und Landwirtschaft nützlich sind und sie als Aasfresser für die Gesunderhaltung des Wildbestandes Sorge tragen? Oder dass Deutschland durch den Abwurf von Impfködern aus Flugzeugen bereits seit zehn Jahren tollwutfrei ist? Dennoch werden Füchse in Deutschland bejagt; eine halbe Million Rotschwänze fallen hier jährlich Jägern zum Opfer, viele von ihnen als Welpen am elterlichen Bau. Der Fund eines toten Fuchses beim Gassigehen während der (Jagd-)Schonzeit motivierte Claudia Ward, über die „ökologisch sinnlose Bejagung von Füchsen“ aufzuklären, die in der Bau- oder Fallenjagd eine besonders grausame Ausprägung findet. Das Aktionsbündnis Fuchs bringt daher auch von seinen Mitgliedern entdeckte, verbotene Fallen zur Anzeige, was sogar bereits anonyme Morddrohungen zur Folge hatte.

Gekommen um zu bleiben

Auch die etwa 800 deutschen Wölfe benötigen eine starke Lobby. Der Urahn unserer Hunde war vor 100 Jahren in Deutschland komplett ausgerottet und kam erst 2000 aus Polen wieder zu uns zurück. Und auch wenn sich 79 Prozent der deutschen Bevölkerung für den Wolf aussprechen, grassieren noch immer Gräuelmärchen und Halbwahrheiten über ihn. „Viele Politiker, Weidetierhalter und Jäger betreiben Angstmacherei und machen Front gegen den Wolf“, erklärte Gudrun Zimmermann am Stand von Wolfsschutz-Deutschland. Der Verein setzt sich für die friedvolle Koexistenz von Mensch und Wolf (zurzeit 47 Familienverbände, 24 Paare und vier Einzeltiere) ein. Mitglieder kontrollieren Weidezäune und helfen, diese auszubessern. Ihr aktuelles Anliegen ist die Verhinderung der Lex-Wolf: Die geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes würde den präventiven Abschuss ganzer Wolfsfamilien aufgrund drohender Nutztierrisse legitimieren. Der Wolfsschutz-Deutschland e. V. befürchtet daher hierzulande die erneute Ausrottung des Wolfes.

„Damit kein Hund auf der Strecke bleibt“

Das wohl Schlimmste, das einem Haustierhalter passieren kann, ist die Ungewissheit, was mit seinem vermissten Tier geschehen ist. Die Kooperation Tierhilfe Team & TotfundHund kümmert sich um tot aufgefundene Haustiere, die auf Straßen oder Gleisen überfahren wurden oder unter anderen Umständen ums Leben kamen. Nancy Solitair erklärte am Infostand: „Die Mitglieder unserer Kooperation vergleichen Bilder von Funden mit Bildern von Suchmeldungen und arbeiten eng mit Behörden zusammen“ – damit Besitzer Abschied nehmen können und „kein Hund auf der Strecke bleibt“, wie ihre Losung lautet. Neben dieser wertvollen Recherchearbeit kämpft der Zusammenschluss für eine bundeseinheitliche Einführung einer Chip- und Registrierungspflicht für alle Haustiere, zumindest aber für Hunde, Katzen und Pferde.

Ein Zuhause für ausgediente Legehennen

Auch Rettet das Huhn e. V. war nach längerer Pause wieder bei uns vertreten. Bei Michelle Eis gackert es seit fünf Jahren im Garten. Damals ging ihr das Herz auf, als sie sah, wie die „ausgedienten“ Legehennen Apolonia, Frida, Anna und Gretel zum ersten Mal ihre Instinkte auslebten, aus Stroh Nester bauten, sich von der Sonne wärmen ließen und ein Staubbad nahmen, als wollten sie die letzten anderthalb Jahre im Käfig wegwaschen. Denn übereinandergestapelte Käfige sind es, in denen neun Hennen pro Quadratmeter leben, und die aufgrund der eingebauten Bodenplatten als Geflügel aus Bodenhaltung deklariert werden dürfen. Über 70.000 Legehennen hat Rettet das Huhn e. V. bereits in logistischen Großaktionen an Hühnerfreunde verteilt. Andernfalls wären diese als „tierische Nebenerzeugnisse“ in Hunde- oder Katzenfutter gelandet oder als ausgemergelte Fleischware nach Afrika verschifft worden. 45 Mio. Legehennen sterben so jährlich allein in Deutschland. Für die mit dem Verein kooperierenden Geflügelbauern macht die Rettungsaktion finanziell keinen Unterschied. Nur ein wenig Extra-Zeit müssen sie für die Leerung ihrer Ställe einplanen, soll diese doch langsam und tierfreundlich verlaufen und einen ruhigen Start in ein erfülltes, glückliches Hühnerleben gewährleisten.

Wir freuen uns, wenn wir den Wiederholungstätern unter unseren Besuchern ein buntes und wechselndes Informationsprogramm bieten können. Gleichzeitig sind verlässlich wiederkehrende Partner ein dankbares Standbein unserer Tage der Offenen Tür. Dank gilt auch und vor allem all den fleißigen Mitarbeitern. Ihr bereitet den Tag mit großer Freude vor und seid immer gut gelaunt im Dauereinsatz. Chapeau! Einer unserer ehrenamtlichen Köche trug nicht umsonst eine Superman-Kochschürze, denn jeder unserer Ehrenamtlichen ist ein Held. Unseren Besuchern danken wir ebenfalls. Ihr Interesse an unserer Arbeit ist unser Antrieb.

Unsere Schützlinge brauchen Euch alle und sagen ein herzliches Dankeschön und auf Wiedersehen am 23.11.2019!

 

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