Deutscher Tierschutzbund

Mobiler Taubenwagen sucht Spender

24.06.2019
Wer hilft unseren Stadttauben auf dem Gelände der vlexx GmbH?

Mit großer Freude haben sich in den Werkstatträumen in der Mombacher Straße 36 in Mainz Stadttauben auf der Suche nach Nistplätzen niedergelassen. Eher verhalten reagierte darauf der unfreiwillige Gastgeber selbst, die vlexx GmbH, die hier ihren Sitz hat. Verständlich. Abhilfe musste her, aber, laut vlexx, bitte auch im Sinne der Tiere! Vergrämungstaktiken und Schädlingsbekämpfer wurden von vornherein ausgeschlossen. Die Werkstudentin der vlexx GmbH Katrin Gralla wandte sich an den Tierschutzverein Mainz und Umgebung, der das Mainzer Tierheim betreibt. Stefan Weisbach, Stellvertretender 2. Vorsitzender des Vereins holte mit Laura Böttcher von der Stadttaubenhilfe Mainz eine Taubenexpertin ins Boot. 

Schnell diskutierte die Gruppe einen mobilen Taubenwagen als tragfähige Lösung für Mensch und Taube. Auf einen solchen Wagen der Erna-Graff-Stiftung war Weisbach im Zuge seiner Recherchen gestoßen. Für ihn liegen dessen Vorteile auf der Hand: „Durch die attraktive Gestaltung und Einrichtung des Taubenwagens werden die Tauben neu angesiedelt, sodass sie nicht mehr in die umliegenden Gebäude fliegen.“ Böttcher ergänzt: „An Ort und Stelle werden sie ärztlich sowie mit artgerechtem Körnerfutter versorgt und finden geeignete Nistplätze.“

Einen geeigneten Standort des Taubenwagens fanden die beiden bei Begehungen des Geländes in Zusammenarbeit mit der vlexx. „Wir finden es super, dass die Firma vlexx die Taubenproblematik auf ihrem Gelände tierschutzkonform angehen möchte“, freut sich Böttcher. „Die Kosten für den Ausbau und die Überführung des Taubenwagens der Erna-Graff-Stiftung nach Mainz belaufen sich allerdings auf 5.000 Euro.“ 

Daher benötigen wir, der Tierschutzverein Mainz und Umgebung, sowie die Stadttaubenhilfe Mainz Ihre Hilfe, um dieses nachhaltige Projekt zu finanzieren.

Stadttaubenhilfe Mainz e.V.
Mainzer Volksbank e.G.
IBAN: DE14 5519 0000 0951 7070 17
BIC: MVBMDE55

 Tierschutzverein Mainz und Umgebung e.V.
Mainzer Volksbank e.G.
IBAN: DE46551900000211869011
BIC: MVBMDE55XXX

Nach den grausamen Attacken auf sieben Tauben in Mainz Ende März und im April durch Beschuss oder Anzünden (wobei drei der Vögel ihren Misshandlungen erlagen), regt sich bei vielen Menschen, auch weit über Mainz hinaus, zusehends Interesse oder auch Mitgefühl für die Vögel in unserer Nachbarschaft. Auch Stadttauben sind, ähnlich verwilderten Katzen oder Hunden, die in vergleichbar großer Zahl durch südeuropäische Städte streunen, verwilderte Haustiere, deren Wohlergehen und Schicksal der Mensch verantwortet. Wir bitten also alle um eine Gabe, die Tauben nicht aus ihrem Verständnis von Tierschutz ausnehmen.

In den kommenden Wochen sind in Kooperation mit der Stadt Mainz weitere Aktivitäten für ein nachbarschaftliches Zusammenleben von Mensch und Taube geplant. Über diese Maßnahmen werden wir Sie zeitnah informieren.

Weitere Informationen von PETA:

Stadttaube, wer bist du?

Stadttauben sind häufig die Nachfahren von Zuchttauben oder sogenannten „Brieftauben“. Ihre artgerechte Nahrung besteht nicht aus Essensresten, sondern sie sind Körnerfresser. Etwa 40 Gramm Futter am Tag benötigt eine ausgewachsene Taube zum Überleben. Da die Vögel in unseren Innenstädten nicht einmal einen Bruchteil der benötigten Menge finden, essen sie hungrig alles, was als Abfall auf den Straßen landet. Viele Stunden sind die Tiere täglich zu Fuß unterwegs, um etwas Nahrung zu finden. Dabei verfangen sie sich oft mit den Füßen in Schnüren, Fäden oder Plastikteilen und verschnüren sich dort, bis die Zehen abgestorben sind. Außerdem werden Tauben häufig Opfer von Giftköder-Anschlägen oder verletzen sich an Taubenabschreckungsvorrichtungen wie Spikes, Dornen, Klebepasten, Glasscherben, Stromdrähten, Netzen oder Spanndrähten. Zusätzlich verätzt im Winter das ausgebrachte Streusalz schon bei kleinsten Entzündungen die empfindlichen Füße wie Salzsäure. Meist kämpfen sich die Tiere durch ein viel zu kurzes Leben, das von Angst, Hunger und Schmerzen geprägt ist. Tauben überleben in unseren Städten unter diesen erbärmlichen Lebensbedingungen selten länger als zwei Jahre, obwohl sie eine natürliche Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren hätten. Die Vögel sind fürsorgliche Eltern und ihren Partnern gegenüber sehr treu – der Verlust des Gefährten oder ihrer Jungen bedeutet für die sensiblen Tiere großes Leid. Diese Treue und Sehnsucht nach ihrem Heimatschlag wird im „Brieftaubensport“ skrupellos ausgenutzt. Bei Wettbewerben müssen die Tiere häufig Strecken von mehreren hundert Kilometern zu ihrem Heimatschlag zurücklegen. Viele der Vögel sterben auf den anstrengenden Flügen an Dehydration, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen. Die Tierschutzorganisation PETA weist auf die Tierschutzwidrigkeit des Brieftaubensports hin und fordert ein Verbot der Taubenwettflüge in Deutschland.

Mobiler Taubenwagen sucht Spender

 


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