Informationen zur Katzenvermittlung im Tierheim Mainz

Wir im Tierheim werden immer wieder gefragt, was mit den Katzen vor der Vermittlung alles geschieht :

Unsere Katzen durchlaufen eine min. zweiwöchige Quarantänezeit , in dieser Zeit kann sich gegebenenfalls der ursprüngliche Besitzer ( bei Fundkatzen) melden, des weiteren werden die Katzen in dieser Zeit untersucht, entwurmt, entfloht, geimpft und gegebenenfalls am Ende dieser Zeit kastriert . Außerdem werden die nicht getesteten Hauskatzen oder solche, die als Freigänger und/oder als Fundtiere hereinkamen, von uns auf ansteckende Krankheiten durch eine Blutuntersuchung getestet .

Was testen wir?

Wir testen auf jeden Fall Leukose und FIV .

•  Leukose ist eine Erkrankung der weißen Blutzellen, die bei positiven Tieren irgendwann ausbrechen kann und leider dann früher oder später zum Tode führt. Da die Erkrankung sehr viele Symptome beinhaltet und diese bei jedem Tier anders verlaufen kann, ist es eine tückische Erkrankung, die nur durch einen Bluttest relativ sicher festgestellt werden kann.

Sie ist durch Biß oder Blutübertragung auf andere Katzen ( und nur auf Katzen!)   übertragbar. Man kann jedoch vor dieser Krankheit mit einer Impfung schützen.

Unsere Katzen sind a l l e Leukosegeimpft !

•  FIV (Katzen-AIDS) ist eine immunsuppressive Erkrankung, die den meisten Leuten sicherlich auch beim Menschen bekannt ist. Der Krankheitsverlauf wie auch die Ansteckung verlaufen wie bei der humanen AIDS-Variante.

Die Symptome sind auch vielfältig, da der Körper in seiner Immunabwehr immer schwächer wird und somit Krankheiten nicht bekämpfen kann. Die Katze erkrankt also an ganz ?normalen" Krankheiten, nur häufiger und sehr viel schwerer.

Katzen-AIDS ist auch nur auf Katzen übertragbar und ist für den Menschen völlig ungefährlich.

Eine FIV-positive Katze muß nicht sofort erkranken, sondern es kann sein, daß sie zeitlebens das Virus in sich trägt und die Krankheit nicht ausbricht.

Gegen diese Erkrankung soll jedoch in absehbarer Zeit ein Impfstoff auf den Markt kommen.

•  Als weitere Erkrankung gibt es die FIP (F eline I nfektiöse P eritonitis, infektiöse Bauchwassersucht der Katze). Sie gilt als problematischte Erkrankung, sie ist weit verbreitet, jedoch gibt es keinen sicheren Test. Man kann nur einen Titer über die Virusgruppe machen von dem diese Erkrankung abstammt, sprich den Coronaviren . Die Übertragungswege des Viruses sind vielfältig, sie kann durch Blutübertragung und über den Kot erfolgen.

Bei diesen Coronaviren gibt es verschiedene Stämme:

•  Coronaviren, die eine Durchfallerkrankung bewirken, diese ist meistens nicht tödlich und heilt nach kurzer Zeit ab.

•  Eine Coronavirenmutation , so vermutet man, also aus den ?normalen" Coronaviren

wahrscheinlich durch hochgradigen Streß entstandene Mutationen.

Diese bewirken bei der Katze die FIP. Die FIP zeigt sich hauptsächlich in 2 Formen, einmal die ? feuchte" Form , die hauptsächlich Jungtiere bekommen, diese bekommen die typische Bauchwassersucht, einen prallrunden Bauch. Bei dieser Form sterben die Kätzchen sehr schnell.

Die andere Variante ist die ? trockene" Form , bei dieser bekommen die Tiere Organprobleme, hauptsächlich der Niere, des Darmes und der Leber. Auch diese Form ist tödlich, jedoch sterben die Tiere oft nicht ganz so schnell.

Mittlerweile gibt es ein Präparat auf den Markt, das erkrankten Tieren helfen kann, aber leider noch nicht immer. Auch gegen die FIP gibt es eine Impfung, die leider nur zu ca 70% sicher ist . Das heißt fast ein Drittel der Katzen kann trotz Impfung erkranken.

Aus Gründen der oben genannten Problematik testen wir Katzen nicht mehr gegen FIP, da der Titer nur aussagt, daß die Katze mit dem Coronavirus in Kontakt kam. Auch die Titerhöhe und die Eiweißverschiebung im Blut, die man mittlerweile noch zur Diagnosestellung hinzu nimmt, sind nicht sicher.

Es gibt Katzen, die keinen Titer hatten und an FIP gestorben sind, wir kenne andere Katzen, die mit sehr hohem Titer alt wurden und an Altersschwäche starben.

Falls Sie nun verunsichert sind, dann überlegen Sie mal, ob ein Bauer oder gar ein Züchter alle Tiere vor Abgabe testet. Oder wenn Sie ein Tier aus der Zeitung nehmen, auch diese sind selten getestet. Oft sind die Tiere nicht einmal geimpft oder entwurmt oder entfloht

Bei uns bekommen Sie dagegen eine Katze, die vollständig durchgecheckt wurde und auf   Leukose und FIV getestet wurde und dazu geimpft, entwurmt und kastriert abgegeben wird.

Würden Sie alles bei einem Tierarzt in Eigenregie durchführen lassen und bezahlen müssen, kämen Sie auf einen Betrag, der wesentlich höher ist, als unsere Schutzgebühr.

Wir vermitteln auch die Katzen, die bei unseren Untersuchungen und Bluttests eine Erkrankung aufzeigten. Sie bekommen in diesen Fällen von uns kostenlos eine Beratung durch unsere Tierärztin, sowie die nötigen Behandlungen und Medikamente.

Bei diesen Tieren machen wir einen Dauerpflegevertrag . Das heißt, die normalen Kosten tragen Sie, Kosten, die durch die Erkrankung entstehen, übernehmen wir.

Dadurch können wir diesen armen Geschöpfen eine Chance geben doch noch vermittelt zu werden!!!!

Wir hoffen Ihnen durch dieses Infoblatt Ihre Fragen beantwortet zu haben.

Wenn Sie Fragen haben stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße

Ihr Tierheimteam Mainz