Schicksale    
 
Juscha`s Geschichte
 
                     
   

Juscha wurde als Welpe angeschafft und im Alter von 14 Jahren ins Tierheim abgeschoben.

Was bleibt, ist die Wut auf Menschen, die ihrem treuestem Gefährten nicht erlauben, zuhause zu sterben, aber wir sind auch froh und dankbar, Menschen kennen zu lernen, die ein sehr krankes Tier aufnehmen, um es mit Anstand und Würde auf seinen letzten Tagen zu begleiten und um das Tier zu trauern, als wäre es immer bei ihnen gewesen.

   
                     
   

Als wir Dich im Internet auf der Tierheimseite sahen haben wir dich sofort ins Herz geschlossen. Wir beschlossen dir, trotz deines hohen Alters, ein neues Zuhause zu geben. Da wir noch eine 12 Jahre alte Neufundländer-Hündin hatten, arrangierten wir zuerst ein Treffen. Es verlief super. Kein Zickenalarm. Da du im Tierheim durch den ganzen Stress einen Schlaganfall erlitten hattest, konnten wir dich nicht gleich mitnehmen und mussten uns in Geduld üben, was uns sehr schwer fiel. Du warst in einem erbärmlichen Zustand. Du warst viel zu dünn, dein Schwänzchen hatte keine Haare mehr, dein Köpfchen lag durch den Schlaganfall etwas schief und du warst sehr unglücklich. Der Tag an dem wir dich abholen durften kam. Du hast dich so schnell bei uns eingelebt, als wärst du schon immer bei uns. Unsere Toya hat dir die Funktion der Hundeklappe erklärt, die du dann auch ab der dritten Nacht ausgiebig genutzt hast. Gassi gehen, das machte dir sehr viel Freude.
Anscheinend hattest du nie zuvor Gras gesehen. Du liefst tapfer mit, obwohl du oft hingefallen bist. Wir hoben Dich auf und du liefst tapfer weiter. Die Abende verbrachtest du mit vorliebe auf unserem Ikea-Teppich vor dem warmen Kamin. Das war dein Lieblingsplatz. Mit einem Körbchen, das wir extra für dich angeschafft hatten, konntest du nichts anfangen. Kanntest so was wohl nicht. Deine Hundebar, die war dir heilig, da durfte auch unsere Toya nicht dran, du wusstest genau, das sie dir gehört.
Du hast so viel gelernt in dieser Zeit, auch das wir arbeiten oder einkaufen gehen mussten. Am dritten Tag hast du dich auf meine Füße gelegt und ich bin in Tränen ausgebrochen, weil du dich in so kurzer Zeit so eng an uns angeschlossen hast. Die Liebe eines Hundes hat man nicht einfach so, die muss man sich erst verdienen. Unsere Liebe die hattest du. Eins machte uns allerdings große Sorgen, das war dein Durchfall, den du vom ersten Tag an hattest. Zuerst dachten wir es sei die Umstellung. Nach 1 Woche in der ich wirklich alles getan hatte (versch. Futter, Reis mit Hähnchenfleisch usw.) ging ich mit dir zum Tierarzt. Er stellte fest das Deine Leberwerte viel zu hoch waren. Drei Tage musstest du an den Tropf und hast alles so tapfer mitgemacht. Als nach den drei Tagen keine Besserung eingetreten ist, beschlossen wir bei dir eine Ultraschall-Untersuchung durchzuführen und zur absoluten Sicherheit ein Röntgenbild. Die Diagnose war niederschmetternd. Du hattest einen Lebertumor. Die Leber war so groß, das sie auf deinen Magen, was die geringe Nahrungsaufnahme erklärte, und auf deinen Darm drückte. Daher der immense Durchfall. Am dritten Tag wolltest du nicht mehr an den Tropf und hast dich mit deinen ganzen 18 kg die dir noch am Körper blieben dagegen gewehrt. Ich wollte es auch nicht mehr. Sie sollten dich in Ruhe lassen. Deine Tabletten hast du auch ausgespuckt und die Nahrung ganz verweigert. Nur mit einem trockenen Brötchen konnte man dich noch ködern, aber selbst das blieb nicht lange drin. Zum Schluss kam nur Wasser aus dir raus. An diesem besagten Tag, wollte ich dich schlafen lassen, und wollte mich mit Toya rausschleichen zum Gassi, du hast es jedoch sofort bemerkt. Wir nahmen Dich noch einmal mit, setzen uns zu dritt auf eine grüne Wiese, und ich erklärte dir, wie es wohl im Hundehimmel aussehen muss. Danach fuhren wir ins Tierheim um uns zu beraten. Wir beschlossen alle, dir die Schmerzen, die du wahrscheinlich schon hattest und die, die noch in den nächsten Tagen oder Wochen kommen würden, zu ersparen. Ich habe dich im Arm gehalten und bin den letzen Weg mit dir gegangen. Du wurdest herzlos zum Sterben ins Tierheim abgeschoben, leider haben deine Vorbesitzer es wirklich geschafft. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, das sie von ihrem eigenen Kindern auch so behandelt werden. Du wirst immer in unserem Herzen bleiI ben auch wenn wir unser Leben nur zwei Wochen mit dir teilen konnten. Wir hätten gern eine längere Zeit mit dir gehabt. Es sollte wohl nicht sein.
Ich würde jederzeit wieder einen alten Hund aufnehmen, sie haben die Weisheit die jüngeren Hunden fehlt und sind noch genauso lernfähig wie jüngere Hunde. Außerdem möchte ich dem Tierheim Mainz für die gute Betreuung und für die große Anteilnahme bedanken.
Claudia Hennig

 

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