Überwinterung von Igeln in menschlicher Obhut
 

Pflege
Die Igel werden in einem Raum, der wärmer ist als 15°C, gehalten. Das Gehege sollte mind. 1,5 - 2 m_ groß und 50cm hoch sein. Es wird mit Zeitungspapier ausgelegt. Als Nest dient eine Kartonschachtel, bsp. ein Schuhkarton mit Öffnung, die mit zerrissenem Haushaltpapier gefüllt wird. Zeitungspapier und Haushaltpapier müssen täglich gewechselt werden. Alle anderen Materiealien, Heu, Laub, Katzenstreu oder ähnliches sind ungeeignet!
In den Auslauf stellt man ein Schälchen Wasser (niemals Kuhmilch!) und ein Schälchen Katzenfutter (je nach Grösse der Igel 2-4 Esslöffel). Zur Abwechslung kann man Rührei, vermischt mit etwas Igeltrockenfutter oder Futterhaferflocken geben. Rohes Fleisch oder rohe Eier können dem Igel schaden! Der Pflegeigel wird nur einmal am Tag, nämlich abends gefüttert.
Die Gewichtszunahme muss täglich kontrolliert werden. Ideal ist eine Gewichtszunahme von 10g pro Tag bei Jungigeln und abgemagerten Igeln. (Ausgewachsene Igel mit gutem Ernährungszustand sollten nicht weiter zunehmen!)
Feuchtfutter:
2-3 Esslöffel Katzendosenfutter
_ Teelöffel Animastrath
wenig Weizenkleie
Trockenfutter (als Ergänzung):
1 Esslöffel Vitakraft-Igelfutter oder
1 Esslöffel Weinbeeren/Nüsse


Überwinterung
Haben die Igeljungen ein Gewicht von 500-600g erreicht und sind die Tiere gesund, sollen sie zur Überwinterung auf einen geschlossenen, spaltenfreien (!) Balkon oder in ein Freigehege draußen umgesiedelt werden, wo sie den Winterschlaf halten.
Als Nest dient jetzt eine Holz- oder Styroporkiste (Baumarkt, Gartenfachgeschäft) von ca. 30x30x30cm, die ein Törchen von 12x12cm enthält und mit Stroh gefüllt wird. Das Winterschlafnest (Kiste) darf nicht von der Sonne beschienen werden, sonst erwacht der Igel zu früh aus dem Winterschlaf. Am besten Winterschlafkiste auf der Nordseite des Hauses aufstellen oder künstlich beschatten.
Das Katzenfeuchtfutter (150g pro Igel) und das Trockenfutter werden unter ein Futterhäuschen gestellt, wo es vor gefrässigen Katzen sicher ist. Zum Trinken dient eine große Schale, die mit Wasser gefüllt wird. Falls möglich gelegentlich das Gewicht der Igel kontrollieren, allerdings ohne diese in ihrem Winterschlafnest zu stören.
Rührt der Igel das angebotene Futter nicht weiter an, ist er in den Winterschlaf gefallen. Er muss jetzt nicht mehr gefüttert werden. Als Notration kann Trockenfutter angeboten werden. Wacht der Igel zwischendurch auf, muss wieder das gewohnte Futter angeboten werden. Ein Stück WC-Papier, das quer über den Eingang geklebt wird, ist ein guter Hinweis, ob der Igel noch schläft oder das Nest schon mal verlassen hat. Etwa ab März bis Mitte April erwachen die Igel aus dem Winterschlaf. Die Auswilderungsphase beginnt.


Auswilderung
Nach zwei Wochen Aufenthalt im Gehege bzw. Balkon in wachem Zustand, etwa ab Mitte/Ende März bis Anfang/Mitte Mai, können die Igel in die Freiheit entlassen werden. Dabei wird das Tor des Freigeheges geöffnet, so dass die Igel in die Freiheit spazieren können. Sind die Igel auf dem Balkon überwintert worden, siedelt man das gewohnte Futter- und Schlafhaus samt Igel in den Garten um. Während zwei Wochen wird am gewohnten Ort weiterhin gefüttert. Auch das Schlafhaus soll dem Igel weiterhin zur Verfügung stehen. Auf diese Weise haben die Igel genügend Zeit, ihren neuen Lebensraum kennen zu lernen. Steht kein Garten oder ein ähnlich geeigneter Lebensraum zur Verfügung, so wildert man den Igel am besten an der Stelle wieder aus, an der er gefunden wurde.

 

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