| Schicksale | ||||||||||
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Blanka |
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Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, ich bin sauer, traurig und froh zugleich. Sauer bin ich, weil es Menschen gibt, die ein Tier jahrelang zu Hause haben, und es dann einfach weggeben, wie ein Spielzeug. Traurig bin ich, dass wir es nicht immer schaffen, den Tieren zu helfen, die so auf unsere Hilfe angewiesen sind. Froh bin ich, dass wir Blanka zwar eine kurze, jedoch vermutlich die schönste Zeit ihres Lebens geben konnten. Falls Sie mal in die Rubrik AKTUELLES auf unserer Seite gehen, finden sie eine Überschrift "Blinde Husky-Hündin sucht liebevolle Pflegestelle", da geht es um Blanka. Wir haben für sie eine Pflegestelle gesucht, hatten sie mit bei „Herrchen gesucht“, wollten ihr ein schönes zuhause geben, für ihre letzten Jahre. Sie kam hier an, in einem (mit meinen Worten) miesen Zustand, ihre Besitzer gaben sie einfach ab, in der einen Hand Diabetiker Futter, in der anderen Hand die tollsten und schädlichsten Leckerlis. Erst erzählte man Er müsse in Krankenhaus, dann war Sie es plötzlich, wo anders hieß es nur als Pension. Blanka hatte seit ein paar Monaten Diabetes, war seit kurzem blind. Sie lebte beinahe 10 Jahre in der Familie, die bei der Abgabe noch nicht mal ehrlich sein konnte, vielleicht war es Ihnen auch einfach nur zuviel. Unsere Tierärztin telefonierte mehrmals mit der ehemaligen Tierärztin und den Besitzern und erfuhr, das Blanka eigentlich zweimal täglich gespritzt werden musste, die Besitzer es jedoch nur einmal taten. Die ehemalige Tierärztin war fürs Einschläfern, doch wir bettelten um " Aufschub". Wir gaben ihr einen großen Raum, wo sie sich langsam an uns gewöhnen konnte, mussten sie zu Beginn zweimal täglich, zu zweit und mit Maulkorb spritzen, weil sie vor lauter Angst um sich knabbte. Sie hat nie ernsthaft versucht zu beißen, sie war nur ängstlich. Nach einer Woche ließ sie sich schon ohne Maulkorb spritzen, nach zwei Wochen schaffte es der Hundepfleger ganz allein. Jeden Abend nach Feierabend setzte er sich zu ihr, ließ ihr Zeit, sie konnte sich aussuchen ob sie zu ihm wollte oder nicht. Er konnte sie nach kurzer Zeit schon anleinen, mit ihr übers Gelände gehen, später gingen die beiden sogar ganz kleine Runden außerhalb vom Tierheim. Er gab sich die größte Mühe, und sie vertraute ihm voll und ganz. Seine dreijährige Tochter konnte zu ihr gehen, sie erschreckte sich nicht mehr, er nahm Blanka mit nach Hause, zu seinen zwei Rüden. Es kam uns allen so vor, als ob die zwei Rüden es merkten das sie "krank" war und sie halfen ihr ebenfalls damit klar zu kommen. Blanka kam am 08.06.04 zu uns ins Tierheim, knapp vier Wochen später zog sie bei unserem Hundepfleger ein, jeder merkte das sie aufblühte, es ging ihr vermutlich besser wie in den zehn Jahren davor. Ich hab so etwas noch nie erlebt, in so kurzer Zeit hatte sie sich so eingelebt, als ob sie ewig dazu gehört hätte. Sie versuchte sogar nur durchs Hören zu jagen. Am letzten Donnerstag, den 12.08.04, ging es ihr nicht sehr gut, sie hatte nix gefressen und lag nur so da, sie ließ sich ohne Probleme eine Infusion geben, ihr "Papa" war da und beruhigte sie und alle waren von diesem Verhältnis fasziniert. Nach der Infusion ging’s ihr wieder besser, sie fraß trotzdem nichts an diesem Abend. Sie legte sich in ihr Körbchen, zwischen ihre zwei Rüden, schlief ein und wachte nicht mehr auf. Sie ist friedlich eingeschlafen, war nicht verkrampft, sondern sah aus als würde sie träumen. Allein wenn ich diese Zeilen schreibe, kommen mir die Tränen, dabei lernte ich sie so wie alle anderen nur oberflächlich kennen. Der einzige der sie wahrscheinlich besser kannte als ihre ehemaligen Besitzer, war unser Hundepfleger, der sie seit ihrer Ankunft im Tierheim keinen Tag aus den Augen ließ, der sich so um sie kümmerte, als wenn es sein eigen Fleisch und Blut wäre. Und ich persönlich bin der Meinung, dass diese letzten Wochen die schönsten in ihrem Leben waren, und sie deshalb friedlich einschlafen konnte. Blanka wurde am 22.08.94 geboren, kam am 08.06.04 ins Tierheim und starb am 12.08.04 in ihrem Körbchen, in ihrem zuhause, Bei ihren "Männern". Ich kann nur noch mal sagen, dass wir alle glauben, es hätte ihr nichts Besseres passieren können, als in so ein zuhause zu kommen!!!!!! Blanka wird bei uns auf dem Friedhof beerdigt, und wir alle werden ihr Schicksal nie vergessen und wünschen ihr alles Gute!
Claudia Gann - Tierpflegerin 16.08.2004
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