| Schicksale | |||||||||
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Auch Ratten-Oldies machen noch viel Freude! |
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Hallo Tierheimteam. Ich wollte euch von ein paar eurer Ex-Schützlingen erzählen
und wie es uns ergangen ist. Wir hatten zwar nur ein halbes Jahr miteinander
aber auch ein halbes Jahr ist nicht in ein paar Sätzen erzählt.
Also nehmt euch eine ruhige Minute (vielleicht auch einen Kaffee und
ein Tempo) und setzt euch: Fortan musste ich die ganze Zeit an die armen Nasen denken, weil sie schon so lange auf ein Zuhause warten und mit ihrer Krankheit neben so vielen gesunden und jüngeren Ratten keine Chance auf Vermittlung haben. Ich habe eigentlich gar nicht lange überlegt, sondern musste nur noch meinen Mann überreden und so fuhren wir von Rommelhausen (Nähe Frankfurt) nach Mainz und haben alle 4 auf einmal mitgenommen. Die Pflegerin (leider weiß ich ihren Namen nicht mehr; Grüße an dieser Stelle) war sehr nett und hat sich auch sichtlich gefreut, dass die Ratten endlich gut unter kommen. Bei uns Zuhause war das neue Domizil der Omis schon eingerichtet und nach ein bisschen Autofahrt bezogen sie ihr endgültiges Heim (einen 2-stöckigen Käfig der Marke Tommy). Fortan hießen sie: Lucil (ausgeblichener Husky), Wilma und Elli (black Hoodeds) und Frieda (Albina). Ich hatte den Käfig extra ins Wohnzimmer gestellt, um die Quarantäne auch weiterhin zu wahren im Bezug auf meine anderen Ratten im Rattenzimmer. Der Käfig war altersgerecht eingerichtet. Aber wenn es nach den Damen gegangen wäre, hätten sie lieber einen Aktion-Käfig gehabt. Sie waren viel fideler als ich befürchtet hatte. Besonders Frieda kam mir vor, als ob sie noch ein junges Ding wäre. Elli machte den schlechtesten Eindruck. Sie war sehr dünn und hatte die ganze Zeit über Atemgeräusche. Ich machte mir wenig Hoffnung und dachte, dass sie als erstes gehen wird aber ich sollte mich doch sehr irren. In der Folgezeit mussten wir erstmal ein paar Tierarzttermine absolvieren, um die akuten Krankheitserreger abzutöten und um sicher zu sein, dass die restlichen Symptome wirklich chronisch sind und das Atemgeräusch von vernarbtem Lugengewebe kam und eben nicht akut ist. Jeden Tag habe ich die AB-Dosis und später dann die Vitamine unter Babybrei gemischt und so entstand ihre Liebe zu „Tomaten-Gemüse mit Nudeln und Pute“. Ich hätte ihnen darin alles unterjubeln können. Sie haben es geliebt. Nebenbei konnte ich somit auch Elli etwas päppeln. Unangenehmer Nebeneffekt war dann aber, dass Wilma sich auch gepäppelt fühlte und ein kleines Bäuchlein bekommen hat. Die haben sich immer mächtig eingesaut beim Gerangel um den besten Platz vor dem Löffel. Elli war immer etwas hinten dran und hat die Reste aus dem Fell der anderen geschleckt. Für sie gab es dann eine Extrawurst. Im Auslauf war dann immer schwer was los. Elli hat eher den Kontakt zu mir gesucht und es sich bei Streicheleinheiten gemütlich gemacht und Frieda ist durch die Gegend gefegt wie der Teufel und hat alles genau inspiziert. Wilma wollte immer ein bisschen den Chef raushängen lassen gegenüber Frieda aber die war immer zu schnell für sie und so hat sie dann beschlossen, mich zu ärgern und hat mir in die Füße gezwickt und ist dann weggerannt. Manchmal habe ich sie erwischt und durchgewuschelt, was ihr gar nicht gefiel, dann wurde sie immer zickig und hat mit den Zähnen geknirscht. Lucil war immer der ruhigere Part und war mal bei allem mit dabei aber am liebsten hat sie sich alles von ihrem Lieblingsplatz auf dem Schuhregal (auf meinen schwarzen Wildlederschuhe) in Ruhe angesehen. Die 4 waren eine sehr harmonische Gruppe. Kein Stress, kein Streit und immer haben sie sich alle gerade in das kleinste Häuschen gequetscht und geschlafen. 2 Monate lang habe ich gar nicht mehr an ihr Alter, den schiefen Kopf und Ellis Atemgeräusche denken müssen, bis Lucil anfing zu humpeln. Innerhalb kürzester Zeit hat sich ein sichtbarer Tumor in ihrem Fußgelenk gebildet und sie bekam Schnappatmung. Wir haben es noch mit Medikamenten versucht aber als sie nur noch auf 3 Beinen ging und bläuliche Füße bekam, habe ich sie gehen gelassen. Sie wurde eingeschläfert. Bei den anderen hatte ich das Gefühl, sie haben sie gar nicht vermisst. So wie später Wilma vermisst wurde aber man kann sich ja täuschen. Bei meiner Tierärztin wurde dann eine Albina als gefunden abgegeben mit Schiefkopf und Atemgeräuschen. Ich habe die Fundratz natürlich sofort übernommen und mit Medikamenten behandelt. Ich wusste, dass ich sie behalten werde, weil sie unglaublich anhänglich und lieb war und insgeheim dachte ich, dass sie ja zu den anderen passt wie der Topf zum Deckel und so habe ich sie nach ihrer Behandlung ohne Probleme zu den 3 Damen integrieren können. Als ob sie schon immer dabei gewesen wäre, haben sie sie aufgenommen. Frieda nahm ich ein bisschen als Rudelchef wahr und ab und an piesackte sie Vanille (weil Fundratz ist ja doof mit der Zeit) im Auslauf etwas. Aber im Käfig musste sie immer da schlafen, wo Vanille schlief. Alles lief prima und ich habe es nie bereut, alte und kranke Tiere aus dem Tierheim zu mir zu nehmen. Als Frieda einen Tumor auf der Brust bekommen hat, habe ich sie operieren lassen. Schon nach dem Aufwachen war sie fit wie immer. Sie hat das wirklich sehr gut weggesteckt. Leider ist der Tumor nach einiger Zeit wieder gewachsen, und zwar so blöd, dass er mit den Rippen verwachsen war und man ihn nicht mehr entfernen konnte. Aber zum Glück blieb er eine ganze Weile ganz klein, so dass es für Frieda ok war. Anfang September wurden Vanilles Atemgeräusche stärker und kein AB zeigt mehr Wirkung. Als sie dann auch Schnappatmung bekam und es ihr sichtlich mies ging, bin ich mit ihr ihre letzte Autofahrt zum Tierarzt angetreten und sie musste einschlafen. Kurze Zeit später bekam Wilma einen Abszess an der Backe von einer Ohrenentzündung her. Der Abzess wurde mehrmals auch in Narkose ausgekratzt und gespült. Mit Medikamenten kam dann kein Eiter mehr und die Wunde verkrustete und ich sah Hoffnung aber sie magerte zusehends ab und gab sich auf. Auch sie musste meine Tierärztein einschläfern. Elli hat die freche Wilma furchtbar vermisst und die nächsten Tage immer nach ihr gesucht. Und mit Frieda kam es im Oktober wie es kommen musste: ihr Tumor wuchs plötzlich, so dass die Haut darüber einriss. Wir haben auch sie noch mit Medikamenten behandelt, weil es ihr irgendwie nichts ausmachte. Sie rannte, sprang, kletterte und war fit wie immer aber heilen wollte die Wunde nicht mehr. Auch als sich der Riss entzündete, sah man ihr nichts an. Schweren Herzens entschied ich mich mit der Tierärztin trotzdem für Friedas Ende. So blieb mir nur noch Elli. Im März haben wir sie zu viert geholt und ich dachte, Elli wird als erste gehen und alle werden sie vielleicht nur ein paar Monate da sein und Ende Oktober war nur noch sie da nach ganzen 6 Monaten. Ich habe etwas gezögert, Elli neue Gesellschaft zu suchen, weil ich ihr eine Integration nicht zumuten wollte (man merkte, dass sie jetzt wirklich eine alte kleine Tante war) aber alleine wollte ich sie auch nicht lassen. Ich habe mich extrem viel um sie gekümmert, damit sie nicht ganz so alleine ist und mich nebenbei trotzdem nach passender Gesellschaft für sie umgehört, weil sie einfach jemand gebraucht hat, den ich nicht ersetzen konnte. Wenn ich von der Arbeit kam und sie mich gehört hat, hat sie schon auf mich am Gitter gewartet und ich musste sie nur noch davon abpflücken. Habe ich sie wieder zurückgesetzte, hat sie noch eine Weile lang da gestanden und gewartet. Ich habe so schnell keine passende Mitbewohnerin für Elli gefunden und die neue Mitbewohnerin wäre dann auch sehr einsam gewesen, weil am 01.11.2007 lag Elli eingerollt in ihrem Häuschen und war tot. Das kam sehr plötzlich und unerwartet und war sehr traurig aber es war sicherlich besser so. Wenigstens eine, die nicht durch die Spritze gehen musste, sondern einfach eingeschlafen ist. Das war meine Zeit mit ihnen und ich bin froh, dass ich sie hatte. Die Damen haben mich sicherlich viel Geld gekostet und sehr traurig war es allemal, alle nach und nach zu verlieren aber wie gesagt ich habe es nie bereut, alte und kranke Ratten aus dem Tierheim genommen zu haben. Es ist ein gutes Gefühl, solchen Tieren zu helfen. Ich war ihr Gnadenhof und ich werde es wieder machen. Euch wünsche ich noch einen schönen (ruhigen und vermittlungstechnisch erfolgreichen) Arbeitstag Liebe Grüßen Kerstin Mande
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