| Schicksale | |||||||||
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Kater Murr und sein Weg zur Regenbogenbrücke |
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Kater Murr ist am 04.04.2009 über die Regenbogenbrücke gegangen, nachdem er nochmal für 6 Monate ein neues Zuhause gefunden hatte. Wie schnell und intensiv man mit einem älteren Tier ein liebevolles Verhältnis aufbaut und schon sehr bald das Gefühl hat - man hat schon immer zusammen gelebt - schildert folgender Bericht: |
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Wenn ein Tier Deine Seele mit seinen Augen berührt, dann ist es innerhalb von Sekunden um Dich geschehen ... so erging es uns mit unserem geliebten Kater Murr. Und weil er so besonders war, möchten wir hier seine Geschichte erzählen. Kater Murr wurde im Tierheim abgegeben – im Alter von 16 Jahren, weil seine Familie umgezogen ist und ihn nicht mitnehmen wollte. Er trauerte sehr, als wir ihn zwei Monate später kennen lernten.... und lieben lernten. Sein Schicksal rührte sein neues Frauchen direkt zu Tränen. Es war um uns geschehen: Kater Murr zog am folgenden Tag bei uns ein. Und dann begann ein neues Leben – Kater Murr und seine 365 Sonnenplätze, Schmusen ohne Ende, seine heißgeliebte Wolldecke, das beste Katzenfutter und ganz ganz viel Liebe und Nähe, egal, wann, wo oder wie lange... genau das, was er so sehr verdient hatte. Bereits nach 10 Minuten in seiner neuen Heimat räkelte er sich schon auf dem Fußboden, so als wollte er uns sagen: „jawohl – hier bleib’ ich!“. Mit seiner liebevollen Art gab er jedes Quentchen Zuneigung um ein Vielfaches an seine neuen Freunde zurück. Zahlreiche Rituale hielten Einzug in die neue Dreisamkeit und Kater Murr war der Mittelpunkt seiner neuen Familie. Trotz seines hohen Alters blühte der kleine Kerl sichtlich auf und genoss seinen zweiten Frühling in vollen Zügen. Alles war bestens bis auf die Tatsache, dass er in regelmäßigen Abständen an Übelkeit, Erbrechen und unbändigem Durst litt. Doch seine Ärztin, vor der er sich jedoch sehr fürchtete, bescheinigte ihm eine vorbildliche Gesundheit ... „es wird wohl nur eine Lebensmittelunverträglichkeit sein“. Und so konnte das Leben weitergehen. Ein paar wenige Tage waren schlecht, die meisten Tage jedoch verliefen gut und Alle waren glücklich. Nach knapp sechs Monaten überwogen jedoch ganz plötzlich die schlechten Tage – Kater Murr wurde immer mäkeliger mit dem Essen, bis er zum Schluss auch seine liebsten Speisen nicht mehr zu sich nehmen konnte. Am dritten Tag der Nahrungsverweigerung entschieden wir uns dazu, ihn trotz des seiner panischen Angst zum Arzt zu bringen. Die Diagnose war eine extreme Schilddrüsenüberfunktion. Trotz allerlei Spritzen wollte Kater Murr einen Tag darauf noch immer nichts essen. Selbst seine geliebten Schmuserituale waren zu anstrengend für ihn. Er benötigte dringend eine Infusion, damit er wieder auf die Beine kommen konnte, um seine Schilddrüsenmedikamente einzunehmen, die ihn heilen würden. Also fuhren wir mit ihm erneut zur Klinik - dort sollte er die Nacht verbringen, um am folgenden Tag wieder bei uns sein zu können. Wir verabschiedeten uns dezent von unserem sichtlich geschwächten Pelztierchen voller Zuversicht, ihn bald wieder in die Arme schließen zu können. Doch dazu ist es nie gekommen. Am folgenden Tag kam der Anruf der Klinik: Kater Murr sollte noch eine Infusion bekommen – sein Herzchen war jedoch durch die Krankheit so sehr geschwächt, dass er die nervliche Belastung nicht ertrug und auf dem Behandlungstisch durch Herzversagen verstarb. Seine Familie traf dies wie ein Donnerschlag – die Tatsache, in der Stunde seines Todes nicht bei Kater Murr gewesen zu sein, brach seinem Frauchen fast das Herz. Große Trauer und das Gefühl, versagt zu haben, machten sich breit. Aber die Erinnerung an die Momente des Glücks gaben dem Frauchen die Zuversicht, das Richtige getan zu haben – und was war wichtiger als die Gewissheit, Kater Murr ein neues Zuhause gegeben zu haben, in dem er so sehr geliebt und respektiert wurde und in Harmonie leben konnte, in dem er an erster Stelle stand und wo er alle Menschen, die ihn dort kennenlernen durften, durch sein herzliches Wesen in seinen Bann gezogen hatte? Nichts war wichtiger als diese Gewissheit! Und die Moral von der Geschichte? Einer grauen Fellnase eine zweite Chance zu geben, wird mit unendlich viel Dankbarkeit, wunderbaren Erlebnissen und unbeschreiblicher Nähe belohnt. Die gemeinsame Zeit ist vielleicht kürzer – jedoch ist jeder Tag von einer unglaublichen Intensität erfüllt, an die man sich lange erinnern wird. Sobald wir eine gewisse Trauerphase abgeschlossen haben, werden wir wieder einem betagten Tiger unter die Arme greifen. Wir haben Kater Murr sehr geliebt und er fehlt uns in jeder Stunde – warum durfte er nicht länger bei uns bleiben; jetzt, da er endlich wieder Zufriedenheit und Menschen gefunden hatte, die ihn liebten? Weshalb wurde die Krankheit nicht schon bei unserem ersten Arztbesuch festgestellt? Wieso konnten wir nicht einen einzigen Sommer miteinander erleben? Warum nur? Fragen, die wohl für immer unbeantwortet bleiben werden ... Kater Murr wird trotz der viel zu kurzen Zeit, die wir gemeinsam verleben durften, nie in Vergessenheit geraten und so lange einen festen Platz in unseren Herzen einnehmen bis wir uns eines Tages am Fuße der Regenbogenbrücke wiedersehen. Lieber Kater Murr wir werden Dich immer lieben – vielen Dank für diese unvergesslichen 6 Monate. |
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